GESCHICHTE

125 Jahre und heute

 

Handel und Gewerbe hatten zu allen Zeiten unserer Kulturgeschichte eine herausragende Bedeutung und haben das Gesicht unserer schönen Stadt mitgestaltet sowie die Stadtpolitik wesentlich beeinflusst.

Verbesserte Strassenverhältnisse und die Eröffnung der Eisenbahnlinien um und an Radolfzell in den Jahren 1863 und 1867 waren ausschlaggebend für eine moderne wirtschaftliche Entwicklung. Dann folgten die Umsiedlung bzw. Gründung der Firmen Allweiler und Schiesser im Jahre 1875 und 1876, durch die Radolfzell einen Bekanntheitsgrad erlangt hat und noch heute in aller Welt bekannt ist.

Ein Teil der Radolfzeller Handwerker und Gewerbetreibenden zeugten damals schon von fortschrittlichem Denken und gründeten 1878 "zum Zweck der Hebung der gewerblichen und industriellen Zustände und der Förderung der gewerblichen Verhältnisse im Lande" den "Gewerbeverein Radolfzell". 60 Unternehmer schlossen sich bei Gründung diesem Verein an.

Mit der Entwicklung des Verkehrswesens und der Wandlung der Arbeit von Handel und Gewerbe erhielt man damals schon Konkurrenz der Nachbarstädte.

Durch handwerklichen Fleiß, unternehmerische Zielstrebigkeit und ständige Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsmaßnahmen wurde Radolfzell zu einer konkurrenzfähigen und modernen Gewerbe-, Industrie-, Fremdenverkehrs- und Kurstadt.

In den folgenden Jahren wurden Ausstellungen besucht, über neue Gesetze diskutiert und Überlegungen getätigt, die dem Handel und Gewerbe dienen sollen. Man schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze, es werden Freizeit und Urlaub geregelt. Nicht zuletzt ist die Öffentlichkeitsarbeit für den Standord Radolfzell zu einer der wichtigsten Aufgaben geworden, die bis heute Bestand haben.

So setzte man 1984 ein Zeichen zur Darstellung der Wirtschaftskraft des heimischen Handwerks sowie das Symbol einer starken Gemeinschaft. Im September 1984 wurde der Handwerkerbrunnen auf dem Untertorplatz feierlich eingeweiht und damit auch gleichzeitig das alljährliche Brunnenfest aus der Taufe gehoben, welches in unregelmäßigen Abständen einen Höhepunkt erfährt, nämlich den Ritterschlag.

Seit 1988 werden Prominente, die sich dem Handwerk verdient gemacht haben mit feierlicher Zeremonie zum Ritter geschlagen. Unter diesen „Rittern“ findet man Namen wie Dr. Klaus Töpfer, Erwin Teufel oder Dr. Walter Döring.

Ebenso pflegt man seit vielen Jahren Kontakte zu anderen Gewerbevereinen, so zum Beispiel mit dem Gewerbeverein Amriswil, der Partnerstadt in der Schweiz oder auch mit den Gewerbevereinen der Höri, Steißlingen und Bodman-Ludwigshafen.

Seit 2002 ist der Gewerbeverein Mitglied in der Regionalen Wirtschaftskooperation Westlicher Bodensee, kurz RWK (www.rwk-bodensee.de) genannt, um mit anderen Gewerbevereinen und Organisationen in der Gegend die Wirtschaft und das Gewerbe zu stärken und noch besser zu vertreten.

 

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